lifeSandrasen: Lebensraum

Kalkreiche Sandtrockenrasen

Der Lebensraumtyp Kalkreiche Sandtrockenrasen umfasst lückige, kurzrasige, trockene Grasfluren auf mehr oder weniger kalkreichen Sandböden. Sie zeichnen sich durch eine große Vielfalt an Tieren und Pflanzen aus. Die bestimmenden Bodensubstrate sind Sande und sandige Lehme. Diese wurden im Laufe der Eiszeiten innerhalb der großen Urstromtäler oder Talsandgebiete abgelagert. Außerdem finden sich „Sandlandschaften“ auch an den Hängen zahlreicher glazialer Rinnen.

Distelfalter auf Sandstrohblume (T. Wahrenberg)
Heuschrecke im Sand (N. Künkler)
Grashüpfer (N. Künkler)
Perlmuttfalter (T. Wahrenberg)

Die durchlässigen Böden haben ein geringes Wasserspeichervermögen. Sie können sich bereits im Frühjahr stark erhitzen und im Jahresverlauf extrem austrocknen. Pflanzenarten der Trockenrasen sind in vielfältiger Weisen an extrem trockene Bedingungen angepasst. Verbreitet sind Mechanismen zur Einschränkung der Transpiration wir z. B. starke Behaarung oder eingerollte Blätter und Mechanismen zur Wasserspeicherung wie z.B. Sukkulenz.

Sand-Hornkraut (W. Klaeber)

Natürlicherweise gehören Sandtrockenrasen vor allem auf nährstoffarmen Standorten zu den gehölzfreien Biotopen. Eine Bewaldung bzw. eine Sukzession läuft nur sehr langsam ab. Häufig sind die heutigen Trockenrasen jedoch durch menschliche Eingriffe entstanden. Sie gehören damit zu den Halbkulturformationen. Waldrodung, Beweidung oder die Nutzung von Streuauflagen für die Viehhaltung schufen verschiedene Formen von Sand-Offenflächen, Trockenrasen, Heiden und lichten Waldgesellschaften.

Besonderer Schutz

Durch die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie genießen Trockenlebensräume einen besonderen Schutz. Vor allem "Trockene kalkreiche Sandrasen" und "Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien" sind als prioritäre Lebensraumtypen europaweit bedeutsam.

Das Projekt Sandrasen

In einem gemeinsamen EU-LIFE-Projekt widmen sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg und der Naturpark Dahme-Heideseen in den nächsten Jahren den europaweit stark gefährdeten Sandtrockenrasen.
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Ansprechpartner:
Dr. Holger Rößling (Projektleiter)
E-Mail schreiben

Hans Sonnenberg (Naturparkverwaltung)
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