lifeSandrasen: Flora

Typische Pflanzenarten der kalkreichen Sandtrockenrasen

Kalkreiche Sandtrockenrasen stellen sehr artenreiche Ökosysteme dar, die viele Pflanzen mit besonderen Anpassungen an trockene Lebensräume beherbergen. Hier stellen wir einige der typischen Arten vor.

Frühlings-Fingerkraut (Potentilla verna)

Frühlings Fingerkraut

Im April überzieht das Frühlings-Fingerkraut als eine der ersten Blumen die niedrigen Trockenrasen mit leuchtend gelben Blüten-Teppichen. Es benötigt lückenreiche Rasen, in denen die Samen in großer Zahl keimen können. Durch seinen niedrigen Wuchs wird es bei der Mahd kaum getroffen und hat so einen Vorteil gegenüber höherwüchsigen Arten.

In Brandenburg ist das Frühlings-Fingerkraut nicht selten, hat aber größere Verbreitungslücken. Die Region der Dahme-Heide-Seen ist ein Schwerpunkt des Vorkommens.

Gefährdet wird die Art vom immer dichter schließenden Wuchs der Waldränder, von Umbruch und Überdüngung der Raine und der Wegränder.

Blau-Schillergras (Koeleria glauca)

Blau-Schillergras (A. Herrmann)

Das kräftig blaugrün gefärbte Blau-Schillergras gibt den kalkreichen Sandrasen ihren Namen: Blau-Schillergras-Rasen sind niedrigwüchsige, lückenreiche Pflanzengesellschaften auf kalk- und basenreichen, sandigen Böden. Wie die Pflanzengesellschaft ist auch das Blau-Schillergras in seiner Verbreitung auf niederschlagsarme, kontinentale Regionen beschränkt. Brandenburg bildet die westliche Grenze der nach Osteuropa reichenden Verbreitung.

Über einem niedrigen Horst von Grundblättern blühen im Mai die dicht zusammengezogenen, im Sonnenlicht silbrig schimmernden Rispen. Ein tief und weit reichendes, fein verzweigtes Wurzelsystem ist in der Lage, auch in Trockenzeiten Wasser zu erschließen. Gleichzeitig nehmen die Blätter eine Ruhestellung ein und verringern so die der Verdunstung ausgesetzte Oberfläche.

Das Blau-Schillergras ist deutschlandweit stark gefährdet (Rote Liste 2).

Wiesen-Küchenschelle (Pulsatilla pratensis)

Wiesen-Küchenschelle (W. Klaeber)

Eine der schönsten heimischen Frühjahrsblumen ist die Wiesen-Küchenschelle. Die zierliche Glockengestalt und der anmutig gebogene Stiel der Blüte geben der Pflanze eine einzigartige Gestalt.

In vergangenen Jahrhunderten prägte die Wiesen-Küchenschelle das Bild der beweideten Hügel und Triften um die brandenburgischen Dörfer. Heute ist sie sehr selten geworden und nur auf kleinsten Flächen erhalten geblieben. Das hohe Gras der nicht mehr genutzten Trockenrasen und immer stärker verschattende Wälder nehmen ihr den Lebensraum. Küchenschellen-Samen keimen nur auf offenem Boden. Aber auch dann verkümmern die feinen Wurzeln der Jungpflanzen häufig in den versauerten, oberen Bodenschichten.

Die Art ist daher deutschlandweit stark gefährdet (Rote Liste 2).

Graue Skabiose (Scabiosa canescens)

Graue Skabiose (A. Herrmann)

Die Graue- oder auch Duft-Skabiose verleiht mit ihren zart blauvioletten, fein geschnittenen Blüten den kalkreichen Trockenrasen im Hochsommer noch einmal frische Farbe. Bis in den späten Herbst hinein öffnen sich aus den reich verzweigten Stängeln immer neue Blüten-Köpfe. Verwandt mit der bekannten Acker-Witwenblume, ist sie von dieser durch die in fünf Abschnitte geteilte Blüten-Krone zu unterscheiden. Die wie spitze Borsten erkennbaren Kelchzipfel sind gelblich-grau, was ihr den zweiten Namen – Graue Skabiose – einbrachte. Der größte Teil des Verbreitungsgebiets dieser Art liegt innerhalb Deutschlands, in einem beträchtlichen Umfang in Brandenburg. Wir tragen deshalb eine besonders große Verantwortung für den Erhalt der Grauen Skabiose.

Die Art ist deutschlandweit gefährdet (Rote Liste 3).

Sandstrohblume (Helichrysum arenarium)

Sandstrohblume (M. Thiele)

Grellgelbe Blüten und die weißwollig behaarten, schmalen Blätter sind die auffälligsten Merkmale dieser Pflanze. Sie blüht von Juli bis September. Die Blütenköfpchen sind in endstänigen Doldentrauben zusammengefasst. Ihren Namen verdankt sie den glänzenden, strohigen Hüllblättchen der Blüten.
Die Sandstrohblume gehört zu den geschützten Arten und steht deutschlandweit gefährdet (Rote Liste 3).

Grasnelke (Armeria elongata)

Bläuling auf einer Grasnelke (N. Künkler)

Mit ihren hellrosa Blüten und den schmalen Blättern wirkt die Grasnelke fast fragil. Sie blüht von Mai bis September. Die Blüten sind in Blütenköpfen zusammengefasst, die einzeln auf glatten Stängeln stehen. Ihren Namen hat diese Pflanze von den schmalen grasartigen Blättern, die in bodenständigen Rosetten angeordnet sind.
Die Grasnelke ist deutschlandweit gefährdet (Rote Liste 3).

Sand-Thymian (Thymus serpyllum)

Sand-Thymian (S. Kasparz)

Der Sand-Thymian ist ein mehrjähriger Halbstrauch und kann bis zu zehn Zentimeter hoch werden. Die rosa- bis purpurfarbenen Blüten sitzen in dichten Köpfen am Ende von kurzen aufrechten Trieben. Die Blütezeit ist von Juli bis August. Thymiane gehören wegen ihren ätherischen Ölen zu den Heilpflanzen und werden z.B. bei Atemwegserkrankungen angewendet. 

Raublättriger Schaf-Schwingel (Festuca trachyphylla)

Raublättriger Schaf-Schwingel (S. Kasparz)

Der Raublättrige Schaf-Schwingel gehört zu den Süßgräsern. Er wächst in Horsten und erreicht ein Höhe von bis zu 70 Zentimeter. Die meist graugrünen Blätter sind sehr rau bis dicht behaart. Der Name Schaf-Schwingel deutet bereits an, dass diese Pflanze auf nährstoffarmen Standorten zu finden ist, die vor allem als Weide für Schafe genutzt wurden. Der Schaf-Schwingel ist deutschlandweit gefährdet (Rote Liste 3).

Das Projekt Sandrasen

In einem gemeinsamen EU-LIFE-Projekt widmen sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg und der Naturpark Dahme-Heideseen in den nächsten Jahren den europaweit stark gefährdeten Sandtrockenrasen.
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Ansprechpartner:
Dr. Holger Rößling (Projektleiter)
E-Mail schreiben

Hans Sonnenberg (Naturparkverwaltung)
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