lifeSandrasen: Erhaltung und Wiederausbringung

Hilfe für die Seltensten

Sie „ist in der Mark im März und April, auch noch später in den allerunfruchtbarsten Gegenden, Heiden, Sandhügeln und schlechten trockenen Feldern eine der gemeinsten Blumen.“ (Johann Gottlieb Gleditsch in „Betrachtung über den Bienenstand in der Mark Brandenburg“, 1769).

Die Rede ist von der Kleinen Küchenschelle (heute Wiesenküchenschelle genannt). Genau wie andere Arten gehört diese einst so häufige Pflanze heute deutschlandweit zu den bedrohten Arten. So selten ist sie geworden, dass ihre letzten Vorkommen in den Projektgebieten eingezäunt werden, um sie zu schützen. Trotzdem nimmt die Anzahl der Individuen immer weiter ab.

Sie „ist in der Mark im März und April, auch noch später in den allerunfruchtbarsten Gegenden, Heiden, Sandhügeln und schlechten trockenen Feldern eine der gemeinsten Blumen.“

Die Umwandlung von Grünland in Acker, die Verbuschung ihres Lebensraums, die Aufforstung von Magerrasen sowie die allgemeine Nährstoffanreicherung und Versauerung der Landschaft haben die Küchenschelle und andere Arten der Trockenrasen an den Rand des Aussterbens gedrängt. Betroffen sind in Brandenburg noch viele weitere Arten der Trockenrasen wie z.B. die Graue Skabiose, das Katzenpfötchen oder das Büschel-Gipskraut. Die letzten Populationen sind inzwischen so stark geschwächt, dass sie es aus eigener Kraft kaum mehr schaffen werden sich zu erhalten oder sogar auszubreiten.

Nur noch wenige Exemplare der Wiesenküchenschelle sind im Naturpark Dahme-Heideseen zu finden.
Das Katzenpfötchen gerät immer mehr in Bedrängnis.

Hilfe bekommen die Arten nun durch Erhaltungs- und Wiederausbringungsmaßnahmen des Projekts in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Dahme-Heideseen und den Artenschutzspezialisten des Landesamts für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Die Samen der Pflanzen werden gesammelt und in einer speziellen „Aufzuchtsstation“ zum Keimen gebracht. Die jungen Pflanzen werden dann vereinzelt und 1-2 Jahre lang gehegt und gepflegt bevor sie an geeigneten Stellen in den Projektgebieten wieder ausgepflanzt werden. Die Anpflanzung soll vor allem auf Rohbodenstandorten erfolgen, so dass die jungen Pflanzen einen Startvorteil gegenüber der Konkurrenz haben. Das Projekt hofft auf diese Weise die vorhandenen Populationen zu stärken und die Individuenzahl der bedrohten Arten zu erhöhen. Ein Monitoring der Wiederansiedlungsmaßnahmen erfolgt durch Vegetationserfassungen.

Die im letzten Herbst gesammelten Samen entwickeln sich gut.
Die jungen Pflanzen werden erst nach 1-2 Jahren wieder ausgeplanzt.
Empfindliche Arten werden anfangs vor zu großer Sonneneinstrahlung geschützt.
Auf die Herkunft aller ausgesähten Samen wird streng geachtet.

Das Projekt Sandrasen

In einem gemeinsamen EU-LIFE-Projekt widmen sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg und der Naturpark Dahme-Heideseen in den nächsten Jahren den europaweit stark gefährdeten Sandtrockenrasen.
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Ansprechpartner:
Dr. Holger Rößling (Projektleiter)
E-Mail schreiben

Hans Sonnenberg (Naturparkverwaltung)
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