lifeSandrasen: Löptener Fenne-Wustrickwiesen

Löptener Fenne-Wustrickwiesen

Landkreis: Dahme-Spreewald
Gemeinden: Groß Köris (Groß Köris, Löpten, Klein Köris), Schwerin
Größe des FFH-Gebiets: ca. 218 ha
Schutzstatus: Naturschutzgebiet „Löptener Fenne-Wustrickwiesen“, Landschaftsschutzgebiet „Dahme-Heideseen“, Naturpark „Dahme-Heideseen“
Natura 2000: FFH-Gebiet, Code: DE 3847-301


Feuchte Niedermoorstandorte wechseln hier mit Trockenrasen und Kiefernwäldern. Das Projekt möchte den ursprünglichen Landschaftscharakter mit großen offenen Wiesen und Weiden sowie lichten Wälder wiederherstellen.

Gebietsbeschreibung und aktuelle Situation

Die Löptener Fenne-Wustrickwiesen bieten eine große Vielfalt an Lebensräumen auf kleinem Raum.

Das Naturschutzgebiet liegt zwischen den Orten Groß Köris, Löpten und Klein Köris in einer Talsandebene. Aufgewehte Flugsande bilden hier kleine Dünen. In den Senken haben sich Niedermoore entwickelt. Das Gebiet entwässert nach Norden in den Großen Moddersee. Auf beiden Seiten der Straße zwischen Groß Köris und Klein Köris liegen Verlandungsmoore. Noch bis in die 1950er Jahre gab es hier offene Wiesen. Heute bestimmen Erlenbruchwälder mit kleinen Waldwiesen die Landschaft.

Die Löptener Fenne und die Wustrickwiesen bei Größ Köris waren ursprünglich nicht durch Oberflächengewässer miteinander verbunden. Allerdings wurde wohl schon im 18. Jahrhundert erstmals ein Abfluss aus der bis dahin abflusslosen Löptener Fenne angelegt (RUFFER 2015). Das bis dahin noch fast gehölzfreie Moor erfuhr durch die einsetzende Entwässerung und Nährstoffeinträge eine rasante Bewaldung. Offene Moorflächen waren am Anfang des 21. Jahrhunderts nur noch in Resten erhalten. Im Rahmen des EU-LIFE-Projektes „Kalkmoore Brandenburgs“ hat die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg 2013/14 die Wasserstände in der Löptener Fenne stabilisiert. Zusätzlich wurden nachhaltige Weide- und Mahdnutzungen für die Moorstandorte etabliert.

Junge Kiefern haben sich auf den Wiesen ausgebreitet.
Strahlend gelb leuchten die Blüten der Sand-Strohblume.

LIFE Sandrasen widmet sich nun vor allem den Trockenstandorten im Gebiet. Sie liegen auf sandigen Erhebungen in den Wustrickwiesen, an der Bahnstrecke und an den Rändern der Niederungen. Trockenrasen, Flechtenkiefernwälder und Heidesäume beherbergen hier noch Restvorkommen von wärme- und lichtliebenden Pflanzenarten wie der Astlosen Graslilie (Anthericum liliago), der Sand-Grasnelke (Armeria maritima subsp. elongata)und der Sandstrohblume (Helichrysum arenarium).

Geplante Maßnahmen und Ziele

Alte, natürlich gewachsene Kiefern sollen als charakteristische Solitärbäume erhalten werden.
Eine regelmäßige Nutzung der Trockenrasenflächen sichert das Überleben seltener Pflanzenarten wie zum Beispiel der Sand-Grasnelke.

Offene Landschaften und lichte Wälder brauchen Pflege. Über Jahrhunderte haben Tierhalter die Grasländer und Wälder beweidet. Der NaturSchutzFonds hat in den Wustrickwiesen Grundstücke erworben, um Trockenrasen zu erhalten und lichte Wälder zu fördern. Im Winterhalbjahr 2016/17 werden dafür dichte Kiefernforste aufgelichtet. Auf ungenutzten Wiesenflächen werden aufgewachsene Erlen und Kiefern entnommen. Diese Wiesenflächen sollen anschließend von ortsansässigen Landwirtschaftsbetrieben wieder regelmäßig gemäht oder beweidet werden.   

Das Projekt Sandrasen

In einem gemeinsamen EU-LIFE-Projekt widmen sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg und der Naturpark Dahme-Heideseen in den nächsten Jahren den europaweit stark gefährdeten Sandtrockenrasen.
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Ansprechpartner:
Dr. Holger Rößling (Projektleiter)
E-Mail schreiben

Hans Sonnenberg (Naturparkverwaltung)
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