lifeSandrasen: Streganzsee-Dahme und Bürgerheide

Streganzsee-Dahme und Bürgerheide

Landkreis: Dahme-Spreewald
Größe des FFH-Gebiets: ca. 1685 ha
Schutzstatus: Naturschutzgebiet "Streganzsee-Dahme", Landschaftsschutzgebiet "Dahme-Heideseen", Naturpark Dahme-Heideseen
Natura 2000: FFH-Gebiet, Code: DE-3848-306


Das größte Projektgebiet beherbergt eine Vielfalt an unterschiedlichsten Lebensräumen. Feuchtwiesen entlang der Dahme sind genauso zu finden wie locker bewaldete Dünen und offene Trockenrasen.

Gebietsbeschreibung und aktuelle Situation

Das Projektgebiet Streganzsee-Dahme und Bürgerheide umfasst die Dahmeniederung zwischen Märkisch Buchholz im Süden und dem Streganzer See bei Prieros im Norden. Mit über 1.600 ha ist es das größte FFH-Gebiet in der Kulisse des Projekts LIFE-Sandrasen. Es liegt in einer ausgedehnten Talsandebene im Südwesten des Naturparks Dahme-Heideseen.

Aus der Luft zeigt sich die Vielgestaltigkeit des größten Projektgebiets.
Aus der Luft zeigt sich die Vielgestaltigkeit des größten Projektgebiets.

Geprägt wird das Schutzgebiet vom Gewässerverlauf der Dahme, die hier häufig auch nur der Kanal genannt wird. Quellbereiche bestimmen die Übergangsbereiche der Niedermoorflächen zu den höheren bewaldeten Talsandebenen. Östlich von Märkisch Buchholz liegt ein ausgedehnter Dünenkomplex in der Talsandebene zwischen dem Neuendorfer See und der Dahme. Die Dünen sind gekennzeichnet durch offene Abschnitte, Kammlagen mit Flugsandflächen, Silbergrasfluren und historischen Vorkommen von Blauschillergrasrasen.

In bewaldeten Bereichen östlich der Dahme nördlich von Märkisch Buchholz und südlich der Hermsdorfer Mühle sind naturnahe Kiefernwälder vorhanden. Hier befinden sich bemerkenswerte Flechten- und Moosvorkommen sowie saumartige Heideausbildungen mit Pfeifengras (Molinia caerulea), Sparriger Binse (Juncus squarrosus), Borstgras (Nardus stricta) und die atlantisch verbreitete Glockenheide (Erica tetralix).

Nördlich von Birkholz sind auf Sanddünen offene Kiefernforststrukturen zu finden.
Nördlich von Birkholz sind auf Sanddünen offene Kiefernforststrukturen zu finden.
Neben Kiefernforsten und Feuchtwiesen finden sich im Projektgebiet auch wertvolle Trockenrasen.
Neben Kiefernforsten und Feuchtwiesen finden sich im Projektgebiet auch wertvolle Trockenrasen.

Offenflächen, Wiesen und Grünländer sind im Schutzgebiet nur selten anzutreffen. Hauptsächlich im Dahmetal nutzten Bauern die Wiesenflächen für die Futter- und Heugewinnung. Aber die Nutzung war und ist beschwerlich, denn die Wiesen sind schmal und mitunter sehr feucht. Insbesondere aus dem Dahmetal nördlich von Hermsdorf Mühle ist die regelmäßige Nutzung weitgehend verschwunden. Die Grünlandflächen von Märkisch Buchholz bis nach Hermsdorf Mühle werden überwiegend von der Agrargenossenschaft Münchehofe mit Hereford-Rindern beweidet.

Geplante Maßnahmen und Ziele

Die Landwirtschaftsbetriebe und Flächeneigentümer bei einer verlässlichen Nutzung der Feuchtwiesen und Trockenrasen im Dahmetal zu unterstützen ist eines der wichtigsten Ziele des LIFE-Projekts in diesem Schutzgebiet.

Im Jahr 2014 wurde gemeinsam mit der Agrargenossenschaft Münchehofe und dem Landbetrieb Forst in der Nähe der Oberförsterei Hammer eine ca. 15 ha große Fläche mit einem Festkoppelzaun für die Beweidung mit Rindern eingerichtet. Die Weide besteht zu einem großen Teil aus Feuchtwiesen aber auch aus Trockenrasen und Trockenwälder. Hier sollen die Rinder vor allem den Aufwuchs der Amerikanischen Traubenkirsche zurückdrängen. Beweidet werden die Flächen von den Hereford-Rindern einer Mutterkuhherde der Agrargenossenschaft Münchehofe. 

Die Mutterkuhherde der Agrargenossenschaft Münchehofe sorgt dafür, dass wertvolle Offenlebensräume nicht zuwachsen.
Die Mutterkuhherde der Agrargenossenschaft Münchehofe sorgt dafür, dass wertvolle Offenlebensräume nicht zuwachsen.

Miethsluch

Im Winter 2013 stand das Miethsluch zwischen Birkholz und Münchehofe komplett unter Wasser.
Im Winter 2013 stand das Miethsluch zwischen Birkholz und Münchehofe komplett unter Wasser.
IIm Winter 2014 ist das Miethsluch fast vollständig ausgetrocknet.
Im Winter 2014 ist das Miethsluch fast vollständig ausgetrocknet.

Im östlichsten Teil des FFH-Gebiets Streganzsee-Dahme und Bürgerheide eingebettet in den sog. Wasserburger Forst liegt das Miethsluch. Der Begriff Luch stammt aus dem Slawischen und bedeutet sumpfige Landschaft oder feuchte Wiese. Je nach Jahreszeit und Niederschlägen steht der östliche Teil des Luchs zwischen Birkholz und Münchehofe vollständig unter Wasser.

Direkt an der Straße zwischen Märkisch Buchholz und Münchehofe liegt dagegen ein von Heide und Kiefern dominierte Fläche. In Abstimmung mit dem Flächeneigentümer, dem Landesbetrieb Forst, soll hier der Kiefernbestand aufgelichtet werden, so dass mehr Licht und Wärme den Boden erreicht und die Heidepflanzen sich weiter ausbreiten können.

In Vorbereitung auf die Holzentnahme wurde die Fläche im November 2014 von einer Fachfirma bereits von Munition beräumt.

Für die Munitionsberäumung sind langjährige Erfahrung und Fingerspitzengefühl unerlässlich.
Für die Munitionsberäumung sind langjährige Erfahrung und Fingerspitzengefühl unerlässlich.
Auch nach Jahrzehnten im Boden ist die alte Munition noch gefährlich und muss fachgerecht entsorgt werden.
Auch nach Jahrzehnten im Boden ist die alte Munition noch gefährlich und muss fachgerecht entsorgt werden.
Heidefläche im Miethsluch zwischen Märkisch Buhholz und Münchehofe.
Heidefläche im Miethsluch zwischen Märkisch Buhholz und Münchehofe.
 

Neues aus dem Projektgebiet

  • Man säe und staune

    Auch in diesem Herbst wurden wieder Samen und Jungpflanzen typischer Trockenrasenarten in unseren Projektgebieten ausgebracht. Mancherorts haben unsere Zöglinge aber auch ohne unsere Hilfe bereits für ausreichend Nachwuchs gesorgt. weiterlesen

  • Bagger im Einsatz: Nach nur zwei Tagen war der tiefe Graben verschwunden.

    Mehr Licht und mehr Wasser

    Inmitten des Wasserburger Forsts zwischen Neuendorfer See und Märkisch Buchholz liegt das Miethsluch. Während der östliche Teil des Luchs immer mal wieder unter Wasser steht, ist der westliche Teil wesentlich trockener. Hier findet man noch größere Bestände von Heidekraut, Kreuzblümchen und anderen Trockenrasenarten. Sie führten jedoch im dichten Kiefernforst häufig ein Schattendasein. weiterlesen

Lesefährten

Natur und Kultur verbindet die Wanderroute "Lesefährten Waldweisen" die von Märkisch Buchholz bis Hermsdorf Mühle durch das FFH-Gebiet Streganzsee-Dahme und Bürgerheide führt. Neben 50 Lesepulten mit poetischen Texten informieren seit August 2015 auch zwei Tafeln über das Projekt "LIFE Sandrasen".

Weitere Informationen sowie ein Faltblatt zur Lesefährte finden Sie hier.

Entdeckungen um das Miethsluch

Auf 7,5 km führt dieser Rundwanderweg von Münchehofe durch den Wasserburger Forst zum Miethsluch und zurück. Ein alter Weinberg, vergessene Zeitzeugen und abwechslungsreiche Lebensräume warten darauf entdeckt zu werden. Ein Flyer mit Wanderkarte kann hier heruntergeladen werden. Seit Dezember 2016 informiert zudem eine Infotafel über das Projekt LIFE Sandrasen und dessen Aktivitäten im Miethsluch.

Das Projekt Sandrasen

In einem gemeinsamen EU-LIFE-Projekt widmen sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg und der Naturpark Dahme-Heideseen in den nächsten Jahren den europaweit stark gefährdeten Sandtrockenrasen.
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Ansprechpartner:
Dr. Holger Rößling (Projektleiter)
E-Mail schreiben

Hans Sonnenberg (Naturparkverwaltung)
E-Mail schreiben

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