Man säe und staune

Man säe und staune

Die Pflanzung der Grauen Scabiose (Scabiosa canescens) erfolgte in festen Abständen entlang einer Orientierungsleine. So können die Pflanzen im Rahmen von Nachuntersuchungen besser wiedergefunden werden.
So klein und schon so eine lange Wurzel: Höchste Zeit, die Jungpflanzen der Wiesen-Küchenschelle (Pulsatilla pratensis) in den Boden zu setzen.
Frisch gepflanzter Großer Ehrenpreis (Veronica teucrium).
Im Herbst 2015 ausgepflanztes Ohrlöffelleimkraut (Silene otites) mit seinen "Kindern".
Winzig klein sind die Samen vieler Trockenrasenarten.
Vor der Saat wird der Rohboden leicht aufgerauht, damit die Samen besser Fuß fassen können.
Auch Aufreinigungsreste von Trockenrasen-Druschgut wurden ausgebracht.

Der regnerische Oktober hatte auch etwas Gutes: Der feuchte Boden bot optimale Startbedingungen für Samen und Jungpflanzen, die – wie schon 2015 – vor dem Winter ausgebracht werden sollten.

In diesem Jahr standen sogar insgesamt acht Pflanzenarten zur Verfügung. 2015 waren es nur vier gewesen. Neu hinzugekommen sind das Grünliche Leimkraut (Silene chlorantha), der Große Ehrenpreis (Veronica teucrium), das Weiße Fingerkraut (Potentilla alba) und die Wiesen-Küchenschelle (Pulsatilla pratensis). In den NATURA 2000-Gebieten „Heideseen bei Groß Köris“, "Töpchiner See", „Binnendüne Waltersberge“ bei Storkow,  „Kienheide“ bei Bugk, „Pätzer Hintersee“ und „Streganzsee-Dahme und Bürgerheide“ bei Hermsdorf Mühle fanden sie eine neue Heimat.

An einigen Standorten konnten wir beobachten, dass sich aus den im November 2015 ausgebrachten Samen des Büscheligen Gipskrauts (Gypsophila fastigiata) Jungpflanzen entwickelt haben. Auch einige der damals ausgebrachten Jungpflanzen des Ohrlöffel-Leimkrauts (Silene otites) haben sich bereits selbst vermehrt. Die Natur nimmt also ihren Lauf!

Übrigens: Wir achten genau darauf, dass bei der Wiederansiedlung möglichst nur Saatgut von Wildpflanzen aus der Projektregion verwendet wird. In vielen Fällen konnten wir Samen direkt in den Projektgebieten sammeln und vermehren. Bei einigen Arten, wie zum Beispiel der Küchenschelle, gibt es jedoch im Dahme-Seengebiet nur noch vereinzelte, sehr kleine Bestände. Hier verwenden wir Saatgut von anderen Trockenrasenstandorten Brandenburgs.

Die Wiederansiedlung von Pflanzenarten im Projekt „LIFE Sandrasen“ wird von der NagolaRE GmbH, Jänschwalde durchgeführt und vom Landesamt für Umwelt Brandenburg und dem Botanischen Garten der Universität Potsdam fachlich begleitet.

Das Projekt Sandrasen

In einem gemeinsamen EU-LIFE-Projekt widmen sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg und der Naturpark Dahme-Heideseen in den nächsten Jahren den europaweit stark gefährdeten Sandtrockenrasen.
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Ansprechpartner:
Dr. Holger Rößling (Projektleiter)
E-Mail schreiben

Hans Sonnenberg (Naturparkverwaltung)
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