Traubenkirschen ringeln im Sutschketal

Traubenkirschen ringeln im Sutschketal

Mit der Kettensäge werden die größeren Traubenkirschen geringelt.
Ein helles Band, 20 bis 50 cm breit, rund um den Stamm - so soll eine fertig geringelte Traubenkirsche aussehen.
Erst nach Abschluss der Arbeiten sieht man, wie stark sich die Traubenkirschen im Sutschketal ausgebreitet haben.

Wer diese Tage mit aufmerksamem Blick durch´s Sutschketal wandert, entdeckt folgendes: Viele Bäume schmückt ein helles Band am Stamm. Was soll das? Diese Bäume wurden geringelt. Und es sind nicht irgendwelche Bäume, sondern spätblühende Traubenkirschen (Prunus serotina). Diese Baumart ist vor einigen Jahren als Neophyt aus Amerika eingewandert und verdrängt mit ihrem dichten Kronendach andere Baumarten. Im Naturschutzgebiet Sutschketal breitet sich die Traubenkirsche vor allem in den trockenen ehemals lichten Kiefern-Eichenwäldern aus.

Mit der Traubenkirsche ist es gar nicht so einfach: Wird nur der Stamm gefällt und der Wurzelstock bleibt im Boden, treibt die Pflanze wieder aus – also muss auch die Wurzel heraus gerissen werden. Eine Alternative zu dieser aufwendigen Methode ist das Ringeln. Dabei wird mit einem Schälmesser auf einem circa 30 Zentimeter breiten Abschnitt des Stammes die Rinde entfernt, sodass der Stofffluss im Stamm unterbrochen wird. Das führt dazu, dass die Traubenkirschen allmählich absterben, ohne neue Stockausschläge zu bilden.  

Mit dem Ringeln von rund 1800 Exemplaren im Sutschketal hat LIFE Sandrasen ein professionelles Unternehmen beauftragt. Weitere Bäume, die vereinzelt im Gelände stehen, ringeln wir auch selber. Dabei kommt die Kettensäge, aber auch Handwerkzeug zum Einsatz. Mit einem sogenannten „Schäleisen“ wird die Rinde abgeschabt – ähnlich wie beim Möhren schälen. Damit sichergestellt werden kann, dass die Rinde nicht nachwächst, wird die geschälte Stelle anschließend mit einer Kette oder einer Bürste aufgescheuert. Alles in allem eine aufwändige Maßnahme, die nicht flächendeckend, aber zumindest in Naturschutzgebieten durchgeführt werden kann.

Das Projekt Sandrasen

In einem gemeinsamen EU-LIFE-Projekt widmen sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg und der Naturpark Dahme-Heideseen von 2013 bis 2019 den europaweit stark gefährdeten Sandtrockenrasen.
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Ansprechpartner:
Dr. Holger Rößling (Projektleiter)
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Gunnar Heyne (Naturparkverwaltung)
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