Wir haben gepflanzt! Es lebe die Artenvielfalt.

Wir haben gepflanzt! Es lebe die Artenvielfalt.

Voller Tatendrang vor dem Pflanzbeginn in den Wustrickwiesen südlich von Groß Köris.
Klein, zart und vielfältig. So sehen sie aus, die Jungpflanzen.
Ab in den Sand: Pflanzlöcher und Jungpflanzen
Konzentriert am Pflanzen im NSG-Gebiet Heideseen bei Groß Köris.
Phleum phleoides (Steppen-Lieschgras), frisch gepflanzt.
In der Dubrow, zwischen den Eichen, wird der Großblütige Fingerhut (Digitalis grandiflora) gepflanzt.
Wie Bergziegen stehen sie in den Hängen am Glienitzer Berg im Projektgebiet Kienheide.

Der Sommer war trocken. Der Herbst auch. Der Winter und damit möglicher Bodenfrost nahte. Wir saßen im Büro und zerbrachen uns die Köpfe, wann dieses Jahr der richtige Zeitpunkt für die Wiederansiedlung sei. Wetterprognosen wurden studiert. Bodenproben genommen (obere zwei Millimeter feucht, darunter staubtrocken), Telefonate geführt mit der Nagola Re GmbH, die die Jungpflanzen für uns anzieht.

Es kam etwas Regen und es wurde Dezember. In aller Frühe brachen wir auf, dick eingepackt, mit Schaufeln, Bleistift und Kamera ausgerüstet. Nicht zu vergessen die gut 8.500 Jungpflanzen. In 10 Projektgebieten im Dahme-Seen-Gebiet pflanzten wir an fünf Tagen 13 verschiedene Pflanzenarten.

Warum wiederansiedeln? Viele typische Trockenrasenarten sind in Brandenburg nur noch selten anzutreffen oder sind gar deutschlandweit vom Aussterben bedroht. Eine zentrale Maßnahme des LIFE Projektes „Sandrasen“ ist die Wiederansiedlung dieser selten gewordenen Sandrasen-Bewohner. Hierfür wurden in einem ersten Schritt Standorte dieser Pflanzenarten im Dahme-Heideseen Gebiet aufgesucht und Samen gesammelt. 2013 hat die Firma NagolaRe GmbH mit diesen Samen Erhaltungskulturen angelegt. Seit 2015 werden jährlich Samen geerntet und Jungpflanzen angezogen.

Nun hoffen wir, dass die kleinen Jungpflanzen den Winter gut überstehen. Und es im Frühling genug regnet, sodass sie anwachsen, gedeihen und sich vermehren können.

Wer wissen will, was wir alles gepflanzt haben:

- Allium senescens, Berg-Lauch
- Anthericum liliago, Trauben-Graslilie
- Digitalis grandiflora, Großblütiger Fingerhut
- Phleum phleoides, Steppen-Lieschgras
- Potentilla alba, Weißes Fingerkraut
- Salvia pratensis, Wiesen-Salbei
- Sanguisorba minor, Kleiner Wiesenknopf
- Scabiosa canescens, Graue Skabiose
- Silene chlorantha, Grünblütiges Leimkraut
- Silene otites, Ohrlöffel-Leimkraut
- Veronica prostrata, Niederliegender Ehrenpreis
- Veronica spicata, Ähriger Ehrenpreis
- Veronica teucrium, Großer Ehrenpreis

Das Projekt Sandrasen

In einem gemeinsamen EU-LIFE-Projekt widmen sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg und der Naturpark Dahme-Heideseen von 2013 bis 2019 den europaweit stark gefährdeten Sandtrockenrasen.
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Ansprechpartner:
Dr. Holger Rößling (Projektleitung)
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