lifeSandrasen: Töpchiner Seen

Töpchiner Seen

Landkreis: Dahme-Spreewald
Größe des FFH-Gebiets: 375 ha
Schutzstatus: Naturschutzgebiet "Töpchiner Seen", Landschaftsschutzgebiet "Notte-Niederung"
Natura 2000: FFH-Gebiet, Code: DE-3847-304


Das Gebiet rund um die Töpchiner Seen zeichnet sich durch seine Vielfalt an Lebensräumen aus. Neben den seltenen kalkreichen Niedermooren sind auch an einigen Stellen noch offene Sandtrockenrasen erhalten.

Gebietsbeschreibung und aktuelle Situation

Das FFH-Gebiet „Töpchiner Seen“ erstreckt sind vom Lebersee im Süden bis zur Motzener Mühle im Norden. Seinen Kern bilden die Töpchiner Seen, die Reste eines viel größeren Sees, dessen Wasserstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts abgesenkt wurde. Das Gebiet um die Töpchiner Seen ist wegen seiner Abgeschiedenheit und der seit Jahrzehnten geringen Nutzungsintensität sehr vielgestaltig und artenreich. Auf Sandablagerungen am Ostrand der Wünsdorfer Platte haben sich Trockenlebensräume erhalten. Zwischen Töpchin und Waldeck liegt ein großer Verlandungs- und Durchströmungsmoorkomplex mit den Töpchiner Seen.

Das Projektgebiet aus der Luft

Ehemalige Äcker beherbergen heute Pflanzenarten der Trockenrasen, wie Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium), Milden Mauerpfeffer (Sedum sexangulare) und Berg-Haarstrang (Peucedanum oreoselinum). Sie befinden sich vor allem östlich und südlich der Ortslage Töpchin. Diese Flächen sind entweder verbracht oder werden nach einer vor Jahrzehnten erfolgten Einsaat von Gräsern als Mähwiese und meist einmal im Jahr gemäht. Allen Flächen ist gemeinsam, dass die fehlende oder gleichförmige Nutzung zu einem Mangel an Dynamik und auch zu langsam einsetzender Sukzession geführt hat.

Geplante Maßnahmen und Ziele

Galloway-Rinder auf Sandrasen
Sandrasen mit beginnender Kiefernsukzession

Eine verlässliche, regelmäßige und dynamische extensive Landnutzung auf den Trockenflächen um die Töpchiner Seen zu stabilisieren ist das Hauptziel des Projekts.  Das wird vor allem durch Beweidung erreicht.

Dafür werden wir die begonnene Zusammenarbeit mit den im Gebiet tätigen Landwirtschaftsbetrieben fortsetzen. Die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg kann die Betriebe insbesondere bei der Einrichtung neuer Weideflächen unterstützen. Dafür werden auch die Flächen genutzt, die sich im Eigentum der Stiftung befinden.

Nachrichten aus dem Gebiet

  • Man säe und staune

    Auch in diesem Herbst wurden wieder Samen und Jungpflanzen typischer Trockenrasenarten in unseren Projektgebieten ausgebracht. Mancherorts haben unsere Zöglinge aber auch ohne unsere Hilfe bereits für ausreichend Nachwuchs gesorgt. weiterlesen

  • Erntezeit

    Im FFH-Gebiet „Töpchiner See“ gab es Anfang September 2016 eine Premiere im Rahmen des Sandrasen-Projektes: Die Ernte und Aussaat von Wildpflanzensaatgut mithilfe gängiger landwirtschaftlicher Großmaschinen. weiterlesen

  • Mit Bohrstock und Salzsäure...

    ... ist Alena Barth in den nächsten Monaten im Projektgebiet Töpchiner Seen unterwegs. Die Studentin sammelt Daten für Ihre Bachelorarbeit im Studiengang „Geografische Wissenschaften“ an der FU-Berlin. Dabei untersucht sie für das Projekt „LIFE-Sandrasen“ das Vorkommen und die Ausdehnung von kalkhaltigen Bodenschichten auf einer Trockenrasenfläche. weiterlesen

  • Neben dem Balkenmäher gehört auch ein handgeführter Schwader zur neuen Ausrüstung.

    Balkenmäher im Einsatz

    Seit vielen Jahren ist der NABU-Regionalverband Dahmeland ehrenamtlich im Dahme-Seengebiet aktiv. Jedes Jahr werden bei zahlreichen Einsätzen Orchideenwiesen und andere wertvolle Lebensräume gepflegt. Seit Ende 2013 steht dem NABU dafür ein Balkenmäher mit Zubehör zur Verfügung, der über das Projekt LIFE Sandrasen gekauft wurde. weiterlesen

  • Auf der Suche nach Kalk

    Am 02.07.2014 begleitete das Projektteam die Geoökologin Dr. Beate Gall bei der Untersuchung der Böden im Projektgebiet Töpchiner Seen. Auf drei Sandtrockenrasen wurden mit einem Bohrstock mehrere Proben entnommen, um Genaueres über die Böden zu erfahren. Gesucht wurde dabei vor allem ein Bestandteil: Kalk! weiterlesen

  • Ein Fallensteller im Naturschutzgebiet?

    Mit Plastikbecher, Zollstock und Handschaufel ist er unterwegs und stellt seine Fallen auf. Sein Fang: Käfer, Heuschrecken und alles was sonst so kreucht und fleucht auf den Wiesen im Projektgebiet Töpchiner Seen. Christoph Scheck sammelt seit Anfang April Daten für seine Masterarbeit an der... weiterlesen

  • Eine neue Weide in Töpchin

    In Zusammenarbeit mit einem lokalen Landwirtschaftsbetrieb wurde im Frühjahr eine neue Weide im Projektgebiet Töpchin eingerichtet. weiterlesen

  • Die ersten Maßnahmen sind umgesetzt

    Im Projektgebiet Töpchiner Seen wurde ein dichter Kiefernbestand aufgelichtet. weiterlesen

LIFE Sandrasen vor Ort

Seit Anfang Juli 2015 informiert eine Informationstafel über das Projekt LIFE Sandrasen. Sie steht an der Straße zwischen Töpchin und Waldeck kurz hinter dem Ortsausgang Töpchin. Eine PDF-Version kann im Bereich Aktionen heruntergeladen werden.

Das Projekt Sandrasen

In einem gemeinsamen EU-LIFE-Projekt widmen sich die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg und der Naturpark Dahme-Heideseen in den nächsten Jahren den europaweit stark gefährdeten Sandtrockenrasen.
weiterlesen

Ansprechpartner:
Dr. Holger Rößling (Projektleiter)
E-Mail schreiben

Hans Sonnenberg (Naturparkverwaltung)
E-Mail schreiben

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